Wie man das HUAWEI MediaPad M5 zu einem Notebook macht – Tabletzubehör

Auf dem Mobile World Congress 2018 in Barcelona wurde das MediaPad M5 vorgestellt. Direkt dazu hat man auch ein Flipcover mit integrierter Tastatur und Touchpad gezeigt. Leider ist es für uns sehr schwierig an dieses heran zu kommen. Letztendlich habe ich es geschafft, es über eBay aus Shenzhen zu importieren. Natürlich gab es dadurch für mich nur die englische Version.

GLIEDERUNG:

1. UNBOXING:

Die Verpackung der Tastatur ist der des MediaPad M5 selbst, durchaus ähnlich. Sie hat das klassische weiße HUAWEI-Verpackungsdesign, ist nur etwas flacher und dafür größer geraten, als die des M5. Dort, wo wir sonst immer die Produktbezeichnung finden, kann ich jedoch nur chinesische Schriftzeichen finden (wie gesagt, es handelt sich um ein Importprodukt). Vermutlich ist das aber ebenso der Produktname. Unten links finden wir noch den Schriftzug “Design for HUAWEI”, oben rechts den Hinweis, dass das Produkt von der Firma Amork stammt. Innerhalb befindet sich außer einer Chinesischen Schnellstartanleitung nur das Flipcover selbst. Es ist durch ein Stück Schaumstoff wirklich gut geschützt.

2. DESIGN UND VERARBEITUNG:

Flipcover:

Das Case besteht aus elastischem Material mit hartem Kern. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es sich um Gummi oder Kunstleder handelt. Feststeht jedoch, dass es sich wirklich wertig anfühlt und keinesfalls billig wirkt. Das Scharnier auf der Rückseite, mit dem man das Tablet hinstellen kann wie ein Notebook, besteht aus Metall, was auch nötig ist, um vielen Bewegungen Stand zu halten. Festgehalten wird das Tablet durch eine Kunststoffklammer. Sie scheint zwar sauber verarbeitet zu sein, jedoch ist das das einzige Teil, wo ich Bedenken habe, ob es auf lange Sicht gesehen standhaft bleibt. Außerdem steht das Tablet auf einem Fuß, in dem die Rezeptoren angebracht sind.

Tastatur:

Die Tastatur selbst ist ebenfalls aus Kunststoff, welche ebenfalls wirklich gut verarbeitet sind. Sie haben einen überraschend festen Druckpunkt, obwohl es sich um so dünne Tasten handelt. Tippen ist meiner Meinung nach sehr angenehm. Man muss jedoch damit klar kommen, dass es nicht unbedingt dafür geeignet ist, das ganze Konstrukt auf dem Schoß zu bedienen, da es dabei doch etwas wacklig ist. Das Touchpad hingegen ist leider nicht ganz so hochwertig, wie die Tasten, aber er hält sich im Rahmen. Leider ist es aber relativ klein, wodurch ich es doch öfter mal deaktiviere (Per Tastendruck möglich) und ganz altmodisch den Touchscreen des Tablets bediene.
Auf der rechten Seite wurde noch eine kleine Schlaufe angebracht, in der man den M-Pen aufbewahren kann. Da dieser jedoch nur mit dem M5 Pro funktioniert und ich nur die normale Version besitze, fällt dieser Anwendungsfall für mich weg.

Design und Verarbeitung: 9/10

Pro:

  • Sehr gute Gesamtverarbeitung
  • Fühlt sich sehr hochwertig an
  • Guter Tastendruckpunkt

Contra:

  • Kunststoffklammer wirkt anfällig für Brüche
  • Touchpad ist nicht perfekt

3. FUNKTIONALITÄT:

Tastatur und Touchpad:

Steckt man Tablet ins Case wird die Tastatur sofort erkannt und ist einsatzbereit. Durch die Rezeptoren ist dem Gerät so etwas wie ein Verbindungsabbruch ein Fremdwort, da hier eben kein Bluetooth zum Einsatz kommt. Hier hatte ich noch kein einziges Mal irgendwelche Probleme. Eingaben erfolgen auch in fast allen Fällen sofort. Lediglich die Löschentaste lässt immer etwas auf sich warten. Da dies jedoch immer so ist, und auch immer den exakt gleich langen Moment, gehe ich fast davon aus, dass dies geplant ist. Was das bringen soll weiß ich jedoch nicht…
Des weiteren sind auch alle Eingaben über das Touchpad unverzögert und meist auch präzise. Durch die geringe Größe scheitert es manchmal an der Detailarbeit, aber das erwähnte ich ja bereits.
Zum Layout der Tastatur müssen ebenfalls noch ein paar Worte verloren werden. Wie ich bereits gesagt habe handelt es sich um ein Importprodukt, also eine englische Tastatur Anordnung. Erstmal ist der einzige Unterschied, dass Z und Y vertauscht sind. Daran hat man sich aber wirklich schnell gewöhnt. Hinzu kommt noch, dass wir leider auf Ä, Ö, Ü und ß verzichten müssen. In den meisten Fällen regelt das aber die vorinstallierte Swiftkey-Autokorrektur. Weitere Sonderzeichen sind ebenfalls etwas anders platziert, als auf herkömmlichen deutschen Tastaturen. Daran gewöhnt man sich aber ebenfalls recht schnell.
Als letztes bleibt es noch, einige weitere Tasten zu erwähnen, die man so sonst nicht kennt. So kommt es das die von Windows bekannten Funktionstasten (F1-F12) durch direkte Befehle ersetzt wurden. Neben den Android-Navigationstasten kann man noch das Micro und das Touchpad (de-)aktivieren, Die Lautstärke und Helligkeit regeln, Musik steuern und einen Screenshot erstellen.

Desktopmodus:

Im Idealfall schlägt die Software nach dem Connecten mit dem Case direkt vor, den Desktopmodus zu aktivieren. Merkwürdigerweise geschieht das aber nicht immer. Weiter schlimm ist das jedoch nicht, da man ihn auch einfach in den Schnelleinstellungen in der Benachrichtigungsleiste aktivieren kann. Ist er einmal an, dürfte sich jeder Windowsnutzer wie Zuhause fühlen. Unten links finden wir – wie bei Windows – einen Button hinter dem sich ein Menü mit allen Apps, einer Suchleiste und den Einstellungen befindet. Dieser Button ist in der Taskleiste untergebracht, wo sich neben aktiven Apps auch die Akkuanzeige, Empfang etc. befinden. Tippt man diese einmal an öffnet sich von rechts die Benachrichtigungsleiste inklusive Schnelleinstellungen. Natürlich können auf dem Desktop Apps in beliebiger Anordnung platziert werden. Tippt man eine App an, so öffnet sie sich nicht in altbekannter Androidmanier, sondern als Fenster, das man minimieren, maximieren (bzw. frei beweglich machen) oder schließen kann. Kommt einem alles doch sehr bekannt vor oder? Wer jetzt wieder auf HUAWEI schimpft, dass man nichts eigenes kreiert hat, dem muss ich leider widersprechen. Ich finde dieses System sehr gut gelungen und da ich selbst normalerweise mit Windows arbeite, das also gewohnt bin, bietet es für mich einen großen Mehrwert, da ich im Workflow zwischen PC und Tablet nicht wirklich etwas verändern muss.

Erwähnenswert ist auch, dass das Tablet erkennt, wenn man das Case schließt und sich direkt sperrt, was ebenfalls sehr praktisch ist.

Funktionalität: 8,5/10

Pro:

  • Plug an Play vom Feinsten
  • Zuverlässige Eingaben
  • Tastatur bietet einige nützliche Zusatztasten
  • Windowsähnlicher Desktopmodus, welcher den Workflow ankurbelt
  • Tablet erkennt wenn man das Case schließt

Contra:

  • Englische Tastatur (Z und Y vertauscht; kein Ö, Ä, Ü, ß)
  • Desktopmodus startet nicht immer, wenn man das Tablet ins Case steckt

4. FAZIT:

Gesamtbewertung: 8,75/10

Wie immer kann ich das Produkt trotz der wirklich guten Bewertung nicht uneingeschränkt empfehlen. Wer nicht damit klar kommen sollte, dass er hier nicht das klassische deutsche Tastaturlayout vorliegen hat, der sollte lieber zu einer anderen Bluetooth Tastatur (Leider gibt es keine andere, die auf die Rezeptoren setzt und so auf Bluetooth verzichten kann) greifen. Wenn man damit jedoch klar kommt – und ich muss sagen, man gewöhnt sich wirklich schnell daran – ist das auf jeden Fall ein sehr gutes Upgrade zum normalen Tablet! Natürlich ist der Preis mit um die 90€ nicht gerade gering, aber man bekommt wirklich viel zu bieten.
Aktuell ist die Tastatur nur auf eBay zu finden und leider auch nur in den Farben Braun und Dunkelblau. Den Link dazu findet ihr hier.

2 Kommentare

  1. Danke für diese ausführliche Review über die Tastertur. Hat mir sehr geholfen. Eins habe ich aber, die ÄÖÜäöüß Tasten sind bei mir vorhanden und funktionieren auch.

    Gruß Jörg

  2. Ich besitze die Tastatur (deutsche Version) von Anfang an. Aber zur Qualität kann ich nur sagen, deine Euphorie teile ich nicht ganz.
    Besonders die beiden Clipse die das Mediapad festhalten sind bereits nach kurzer Zeit (Fehlkonstruktion) gebrochen! Hier also sehr vorsichtig sein, wenn man lange etwas davon haben möchte.
    Insbesondere dann wenn man das Mediapad des öffteren entnimmt um z. B. zu spielen.

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