Sony Xperia L1 – Review

Ein weiteres Mal konnte ich ein sehr interessantes Testgerät ergattern. Vielen Dank an Sony, welche es mir ermöglicht haben, das Xperia L1 unter die Lupe zu nehmen, und einen Testbericht darüber zu schreiben. Mit einer UVP von 199€ ist das Gerät im Einsteigersegment angesiedelt.

GLIEDERUNG:

1. TECHNISCHE DATEN:

Abmessungen151 mm x 74 mm x 8,7 mm (H x B x T)
Gewichtca. 180 g
Display5,5'' HD (1080 x 720 Pixel, 236 PPI)
BetriebssystemAndroid 7.0 Nougat (Xperia UI)
Speicher2 GB RAM + 16 GB ROM (ca. 8 GB nutzbar, durch Micro-SD-Karte mit bis zu 256 GB erweiterbar)
ProzessorMediaTek MT6737T Quad-Core (4 x 1,45 GHz)
KonnektivitätGPS, Bluetooth 4.2, LTE Cat 4, WLAN 802.11 a/b/g/n (2,4GHz und 5GHz), NFC, USB-Type-C Anschluss
SensorenNäherung, Helligkeit, Beschleunigung, Benachrichtigungs-LED
Kamera13 MP (Autofokus) Hauptkamera, 5 MP Frontkamera
Akku2.620 mAh
Erhältliche FarbenWhite, Black, Pink
SimMono-Nano-Sim
WasserfestNein
LieferumfangSmartphone, Netzteil (5V bei 850mA), USB-Typ-C Kabel, in-Ear-Headset, zwei weitere Kopfhöreraufsätze in anderen Größen, Startup-Guide

2. UNBOXING:

Die Verpackung des Sony Xperia L1 besteht aus relativ dünner Pappe, was auf den ersten Blick nicht sehr Hochwertig aussieht. Entfernt man den weißen Deckel, kommt darunter direkt das Smartphone selbst zum Vorschein. Nimmt man dieses wiederum heraus, kann man mithilfe eines Loches an der Seite die Ablagefläche öffnen. Darunter finden wir das 4,25 W (4 V bei 850 mA) schwache Netzteil, das USB-Type-C Kabel, ein kurzes Startup Guide, sowie ein In-Ear-Headset mit drei verschieden großen Aufsätzen. Außerdem gibt es eine kleine Klammer dazu, mit der man das Headset an einem T-Shirt o.ä. befestigen kann.

3. DESIGN UND VERARBEITUNG:

Die Vorderseite des Xperia L1 beinhaltet das 5,5” große Display mit angenehmen Glas. Es verfügt über eine gute Schutzschicht, was es leicht von Fingerabdrücken bereinigen lässt. Rechts und links daneben fällt auf, dass die Displayränder sehr dünn sind. So sind sie beispielsweise ein ganzes Stück dünner, als bei einem Samsung Galaxy S7. Auch unten könnte man sich theoretisch nicht über die Dicke des Randes beschweren, aber das gute Gefühl ist nur vorhanden, wenn man das Display nicht anschaltet, da man sonst die dicken On-Screen-Tasten vorfindet. Das ist aber immer noch besser, als bei einem Huawei P8 Lite 2017, wo es ebenfalls On-Screen-Tasten gibt und zusätzlich der untere Rand dicker ist. Oben ist der Rand etwas doppelt so dick, wie unten. Dort findet man das Sony Logo, die 5MP Frontkamera, die Benachrichtigungs-LED, den Näherungssensor, sowie die Hörmuschel. Diese ist direkt am Rahmen angebracht, was zwar wirklich ganz hübsch ist, aber leider ist sie leicht im Glas versenkt, wodurch sich dort gerne Staub ansammelt, wenn man das Gerät viel in der Hosentasche aufbewahrt. Leider verfügt die Front über kein 2,5D Glas, was teilweise beim Telefonieren etwas stört und auch einfach nicht so hochwertig aussieht. Stattdessen ist der Rand auch auf der Vorderseite mit einem dünnen Plastikstreifen, einmal um das Display, vertreten.

Das Gehäuse des Smartphones besteht aus Kunststoff. Trotzdem ist die Rückseite leider nicht abnehmbar. Auch verfügt das Gerät über keinen Fingerabdrucksensor, sondern muss über ein Muster oder einen Pin-Code entsperrt werden. Dort, wo bei vielen Smartphones der Fingerprint verbaut ist, findet man den Xperia-Schriftzug und einen Hinweis, dass das Gerät über NFC verfügt. Oben links in der Ecke befindet sich der LED-Blitz, sowie die 13MP Frontkamera, welche minimal aus dem Gehäuse steht. Trotzdem liegt das gerät fast ohne Wackeln auf dem Tisch. Die Rückseite und der Rahmen bestehen nicht aus einem Stück, sondern aus insgesamt fünf Teilen, bei welchen die Übergänge leider nicht perfekt verarbeitet wurden.

An der linken Seite des Rahmens ist die verschließbare Öffnung für Sim- und SD-Karte angebracht. Auf der rechten befinden sich die Lauter-/Leiserwippe und der Powerbutton. Diese haben einen relativ weichen Druckpunkt, welcher aber nicht so weich ist, dass er den Eindruck einer schlechten Verarbeitung macht.

Während oben ein 3,5mm Klinkenanschluss, sowie das erste Micro verbaut wurde, findet man unten den Lautsprecher, das zweite Micro und – mein kleines Highlight des Xperia L1 – den USB Type-C Anschluss.

Design und Verarbeitung: 6/10

Pro:

  • angenehmes Displayglas
  • dünne Displayränder (unten, rechts, links)
  • Gerät liegt flach auf einem Tisch
  • Zwei Mikrophone (Stereosound + Geräuschunterdrückung beim Telefonieren)
  • USB Type-C Anschluss

Contra:

  • On-Screen-Tasten
  • Hörmuschel sammelt Staub
  • kein 2,5D Glas
  • Kunststoffgehäuse
  • Verarbeitung könnte besser sein

4. HAPTIK:

Wie ich bereits erwähnt habe, ist das L1 aus Kunststoff gefertigt, was auch sofort auffällt, wenn man das Smartphone in den Händen hält. Es fühlt sich nicht sonderlich hochwertig an. Durch das matte Material ist es aber trotzdem angenehm. Für viel wird 5,5” eine Hausnummer zu groß sein, aber durch die schön dünnen Displayränder, war die Einhandbedienung durchaus möglich. Lediglich das 2,5D Glas habe ich an einigen Stellen etwas vermisst.
Das Gewicht des Geräts geht mit 180 g in Ordnung.

Haptik: 7/10

Pro:

  • Einhandbedienung möglich (vor allem durch dünne Displayränder möglich)
  • matter Kunststoff ist angenehm in der Hand

Contra:

  • (kein 2,5D Glas)
  • Fühlt sich nicht sehr Hochwertig an

5. DISPLAY:

Das LC-Display ist mit einer HD-Auflösung (720p) nicht gerade ein Spitzenkandidat. Das wird noch dadurch verstärkt, dass es sich hier um 5,5” handelt. Dadurch kann man einzelne Pixel beim genaueren Betrachten gut erkennen und auch in der Alltäglichen Benutzung fällt eine nicht perfekt scharfe Darstellung auf. Mit der Helligkeit hingegen hatte ich im Alltag keine Probleme und auch die Sonne konnte die Ablesbarkeit nicht wirklich beeinträchtigen. Auch Farben werden naturgetreu dargestellt. Vor allem der Schwarz- und Weißwert hat mich für ein LCD-Display wirklich überzeugt. Leider stimmt dies nur für die direkte Betrachtung von vorne. Blickt man von verschiedenen Seiten auf das Display findet man an einigen Stellen einen Grün- oder Blaustich vor.

Display: 5,5/10

Pro:

  • gute Helligkeit
  • gute Farbdarstellung

Contra:

  • nur 720p bei 5,5”
  • mittelmäßige Blickwinkelstabilität

6. PERFORMANCE UND SPEICHER:

Über die Performance war ich zum Teil positiv überrascht. Da das Gerät mit einem MediaTek Prozessor (MT6737T), welcher grade einmal 4 Kerne mit 1,45 GHz besitzt, bestückt ist, habe ich nicht sonderlich viel in Sachen Performance erwartet. Dies wurde mir dann auch bestätigt, da das Smartphone immer wieder Denkpausen einlegt und auch kleinere Ruckler während der Bedienung von sich gibt. Dennoch lässt sich das Gerät bedienen, es ist nicht so, dass das ganze katastrophal wäre. Mit dieser Erkenntnis bin ich dann zum Test einiger aufwendigerer 3D-Games, wie Asphalt 8 oder Trials Frontier, übergegangen und hatte bereits damit gerechnet, dass das L1 damit große Probleme haben wird. Allerdings kommt hier die oben erwähnte Überraschung ins Spiel. Selbst auf höchster Auflösung bei Asphalt 8 konnte man fast ruckelfrei spielen und auch Trials war so gut wie komplett flüssig. da frage ich mich nun schon, wie das möglich ist, wenn das Smartphone nicht einmal auf dem Startbildschirm perfekt zurecht kommt. Fakt ist jedenfalls, dass das die Gesamtperformance etwas retten konnte. Mit 35.333 Punkten im Antutu-Benchmark liegt das Gerät zwar ein ganzes Stück hinter dem, von mir kürzlich getesteten GS270 Plus, legt aber bei 3D Spielen dennoch eine bessere Leistung ab. Dazu muss jedoch gesagt werden, dass die Auflösung bei diesem Gerät nur halb so hoch ist, weshalb der Prozessor bei Spielen weniger zu tun hat. Im Alltag hat das Gigasetphone in Sachen Leistung die Nase vorn.

Das könnte eventuell auch an der Menge des Arbeitsspeichers liegen, welcher beim Xperia L1 mit 2 GB einen GB weniger besitzt als das GS270 Plus. Das spiegelt sich auch in Sachen Multitasking wieder, was nur begrenzt möglich ist.

Der interne Speicher von 16 GB von dem nur etwa die Hälfte genutzt werden können, ist ebenfalls etwas knapp bemessen. Dies kann jedoch durch eine Micro-SD Karte mit bis zu 256 GB verhindert werden.

Performance und Speicher: 5/10

Pro:

  • Gute Performance bei aufwendigeren 3D-Spielen
  • Interner Speicher lässt sich durch Micro-SD Karte erweitern (max. 256 GB)

Contra:

  • Öfters kleinere Denkpausen und Ruckler beim alltäglichen Bedienen.
  • Multitasking nur eingeschränkt möglich
  • Interner Speicher mit nur 8 nutzbaren GB sehr gering

7. AKKU:

Der 2.620 mAh starke Akku ist definitiv nicht für Hardcore Nutzer ausgelegt. Würde das Gerät im Standby-Modus keinen Akku verbrauchen, so würde man (bei voller Helligkeit) gerade einmal auf 4 1/2 Stunden Display-On-Time kommen. Leider verbraucht das Gerät im Standby aber relativ viel Akku und so muss man nach spätestens 3 1/2 Stunden Display-On-Time wieder an die Steckdose. So verbraucht beispielsweise eine Stunde YouTube bei 50% Helligkeit ca. 16% des Akkus. Wird der Prozessor mit Spielen etwas mehr herausgefordert, wird er noch schneller leer gesaugt. Zusammengefasst heißt das, dass auch gelegentlich Nutzer nicht zwei Tage mit diesem Gerät schaffen werden, außer sie aktivieren den “Ultra-Stamina-Modus”, dann kann der Verbrauch im Standby auf 4% in 10 Stunden reduziert werden. Doch selbst dann wird es eng mit zwei Tagen.

Um von null auf Hundert aufzuladen benötigt das Gerät mit dem Original Netzteil (4,25W) gute 2 1/2 bis 3 Stunden. Auch ein Schnellladegerät kann daran leider nichts ändern, da keine Schnellladetechnik unterstützt wird.

Das Gerät verfügt über sogenanntes Adaptive Charging, was dafür sorgen soll, dass das Gerät erst dann auf 100% gebracht wird, wenn man es braucht. Dadurch soll der Akku auf längere Sicht geschont werden und seine Kapazität beibehalten. Ob das funktioniert kann ich in meinem relativ kurzen Testzeitraum leider nicht überprüfen.

Akku: 5/10

Pro:

  • Reduzieren der Helligkeit verbessert die Akkulaufzeit wesentlich
  • Der Ultra-Stamina-Modus senkt den Standby Verbrauch erheblich
  • Gerät verfügt über Adaptive Charging

Contra:

  • Gesamtakkulaufzeit nicht gerade überragend
  • Im Standby wird zu viel Akku verbraucht
  • Gerät braucht knappe drei Stunden um vollständig zu laden

8. SOFTWARE UND FEATURES:

Wer die Xperia UI kennt, weiß, dass sie zu den wenigen UIs gehört, welche sehr nah an Stock Android heran kommt. Sie ist sehr aufgeräumt und übersichtlich. Insgesamt macht es einfach Spaß das Smartphone zu bedienen, da man immer wieder kleinere Animationen entdeckt. Außerdem ist es in den Einstellungen möglich das Design mithilfe von Themes anzupassen.

Leider findet man einiges an Bloatware auf dem Telefon. Darunter sind Facebook, Spotify oder auch Amazon Shopping. Noch nerviger ist, dass man diese Apps nicht deinstallieren kann, sondern nur Deaktivieren.

Nützliche Zusatzfeatures sind NFC und ein Assistent, der Tipps geben, verschiedene Einstellungen zu verschiedenen Tageszeiten aktivieren, den Stamina-Modus aktivieren, sowie eine Speicherbereinigung durchführen kann.

Software und Features: 8/10

Pro:

  • Xperia UI gehört zu den cleansten UIs
  • Designs können mit Themes angepasst werden
  • NFC
  • Assisstent

Contra:

  • viel, nicht deinstallierbare Bloatware

9. KAMERA:

Die Kamerasoftware gefällt mir wirklich sehr gut. Sie ist sehr übersichtlich aufgebaut und es gibt viele Einstellungsmöglichkeiten. Das einzige, dass ich vermisst habe waren Panorama Aufnahmen. Auch über die Qualität der 13MP Hauptkamera kann man sich nicht beschweren. Sie sind definitiv nicht besonderes, aber wirklich brauchbar. Bei schlechten Lichtbedingungen kommt zwar ein sichtliches Rauschen auf, aber das ist normal in die Preisklasse und immer noch nicht so schlimm, wie bei vielen Konkurrenten. Das selbe gilt für die Frontkamera, welche sich für Selfies gut eignet.

In Sachen Videos kann die Kamera immerhin Full-HD Aufnahmen bieten, welche auf dem Smartphone-Display, obwohl dieses nur HD abspielen kann, auch einigermaßen gut aussehen. Betrachtet man die Qualität jedoch auf einem großen Bildschirm, können die Videos leider nicht überzeugen. Außerdem gibt es nicht die Möglichkeit, in Zeitlupe aufzunehmen.

Im folgenden könnt ihr euch selbst von Video und Fotoqualität überzeugen:

1. Bildrauschen bei schlechten Lichtbedingungen

Kamera: 7/10

Pro:

  • Gute Bildqualität bei guten Lichtverhältnissen (Front- und Hauptkamera)
  • Übersichtliche Kamera-Software mit vielen Einstellungsmöglichkeiten

Contra:

  • Bei schlechteren Lichtverhältnissen kommt schnell Rauschen auf
  • Videoaufnahmen können nicht überzeugen
  • Es gibt keine Möglichkeit der Zeitlupenaufnahme (da max. 30FPS)

10. SOUND:

Der kleine Mono-Speaker links neben dem Ladeanschluss konnte mich leider nicht überzeugen. Zwar kann man mit dem Sound im leiseren Bereich noch leben, aber sobald die Lautstärke ca. die 40% überschreitet wird der Speaker ziemlich blechern und übersteuert. Dazu kommt, dass er nicht gerade sehr laut ist. Auch ist die Platzierung in meinen Augen nicht perfekt. Auf der anderen Seite wäre er eigentlich besser aufgehoben, da man, wenn man das Gerät im Querformat hält, den Lautsprecher abdeckt. Dies passiert natürlich nur, wenn man es so hält, dass die Tasten oben sind, so wie es üblich ist. Also muss man das Gerät anders herum halten, wodurch die Tasten nicht mehr so gut erreichbar sind. Das hat auch zur Folge, dass die On-Screen-Tasten dann die Seite wechseln, wenn man das Gerät wieder in den Hochformat dreht. Das kann auf Dauer durchaus etwas nervig werden.

Anders schaut es da bei den mitgelieferten Kopfhörern aus. Das Kunststoffheadset dichtet die Ohren fast vollständig ab. Sollten die ab Werk angebrachten Aufsätze nicht passen, liegen noch zwei weitere, in anderen Größen bei. Sie liefern einen basshaltigen Sound, bei dem jedoch auch nicht die Höhen zu kurz kommen. Die Gesamtleistung der Kopfhörer ist man bei einem 200€ Smartphone nicht gewöhnt. Zwar kann man sich drüber streiten, wie sinnvoll zwei verschieden lange Kabel zu den Hörern sind, jedoch muss das jeder Subjektiv entscheiden.

Zur Aufnahme von Stereosound und der Geräuschunterdrückung beim Telefonieren dienen die beiden Mikrofone an der Ober- und Unterseite des Geräts.

Sound: 5/10

Pro:

  • Sehr gutes Headset
  • Zwei Mikrofone

Contra:

  • Speaker des Geräts lässt einige Wünsche übrig
  • Platzierung des Speakers ist fragwürdig

11. FAZIT:

Das Xperia L1 mit einer UVP von 200€ macht schon vieles richtig, doch leider hapert es auch an einigen Stellen noch etwas. Ich hoffe, dass Sony nächstes Jahr ein Xperia L2 herausbringt, bei dem man die Schwächen des L1 ausmerzt. Trotz der Tatsache, dass das Gerät hier und da schon für unter 180€ verkauft wird, muss ich sagen, dass man bevor man blind zuschlägt, sich auf jeden Fall auch die Konkurrenz ansehen sollte.

Gesamtbewertung: 6,15/10

Errechnung der Gesamtpunktzahl: [(Design + Haptik + Display + Performance + Software) x 2 + (Akku) + (Kamera) + (Sound)] ÷ 13

Wenn ihr nun trotzdem Interesse habt, hier ist der Link zum Sony Online-Shop. Wenn ihr drauf klickt, bekommen ich dafür nichts 😉

https://www.sonymobile.com/de/products/phones/xperia-l1/

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