HUAWEI Mate 10 Pro – Review (Fazit nach 6 Wochen)

Schon bei der Vorstellung des HUAWEI Mate 10 Pro habe ich bemerkt, wie sehr mir das Smartphone gefällt. Als sich mir dann die Möglichkeit auftat, mir mit meinem Vertrag ein neues Gerät zuzulegen, ist es mir sehr leicht gefallen meinen, bis dahin, aktuellen Daily Driver beiseite zu legen und stattdessen das Mate 10 Pro mein Eigen zu nennen. Mit einem stattlichen Preis von 799€ darf man von diesem Premium-Device so einiges erwarten. Ob diese Erwartungen eintreffen erfahrt ihr bei mir im Langzeittest.

GLIEDERUNG:

1. TECHNISCHE DATEN:

Abmessungen154,2 mm x 74,5 mm x 7,9 mm (H x B x T)
Gewicht178 g
Display6,0" FullHD+ (2.160 x 1.080 Pixel, 402 PPI), AMOLED
BetriebssystemAndroid 8.0 Oreo, EMUI 8.0
Speicher6 GB RAM, 128 GB ROM
ProzessorHiSilicon Kirin 970 Octa-Core (4x 2,36 GHz, 4x 1,8 GHz) + dedizierte NPU für AI
KonnektivitätGPS, Glonass, BDS, Bluetooth 4.2, LTE Cat 18, WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, NFC, USB Type-C Anschluss (USB 3.1)
SensorenNäherung, Helligkeit, Beschleunigung, Fingerabdruck, Benachrichtigungs-LED
Kamera20 MP Monochrom + 12 MP RGB Dualkamera (F1.6 Blende), 8 MP Frontkamera (F2.0 Blende)
Akku4000 mAh (nicht auswechselbar, kein Wirelesscharging)
Erhältliche FarbenTitanium Grey, Midnight Blue, Mocha Brown (exklusiv für Vodafone Kunden)
SimDual-Nano-Sim
WasserfestIP-67 zertifiziert (Staub- und Wassergeschützt)
LieferumfangSmartphone, Netzteil (Huawei SuperCharge), USB Type-C Kabel, Hartplastik-USB-Type-C-Headset, Sim-Eject-Tool, USB Type-C auf 3,5mm Klinke Adapter, Silikon Schutzhülle, Quickstartquide, Garantiekarte

2. UNBOXING:

HUAWEI Mate 10 Pro - UnboxingNicht nur das Gerät selbst ist Premium, sondern schon beim Auspacken merkt man, dass man hier etwas wertvolles öffnet. Die schwarze Pappschachtel, auf der man vorne nichts außer einem HUAWEI Mate 10 Pro Schriftzug, sowie das altbekannte Leica Dual Camera Branding findet, verfügt außerdem über einen glatten Akzentstreifen, den man später auch auf dem Gerät selbst wiedererkennen wird. Auf der Unterseite der Verpackung finden wir außerdem noch die TÜV Rheinland Zertifizierung, welche die Hand für eine sicheres Super Charging System ins Feuer legt. Nimmt man nun endlich den Deckel ab, liegt natürlich ganz oben in einer Pappschale das Smartphone. Entfernt man diese, kommen darunter zwei verschiedene, aufklappbare Fächer zum Vorschein, in denen sich links das Sim-Eject-Tool, der Papierkram, sowie ein Silicon-Schutz-Case  und rechts das Netzteil (5V bei 4,5A/ 4,5V bei 5A/ 5V bei 2A), das Supercharge Kabel (USB 3.0 auf USB Type-C), ein Adapter von Aux- auf USB Type-C-Anschluss, sowie das Hartplastik Headset befinden. Dieses hat ein kleines Upgrade erhalten, da es erstens nun einen USB Type-C Stecker hat, und außerdem etwas größere Boxen. Ob die Soundqualität sich verbessert hat, könnt ihr unten im Kapitel Sound nachlesen.

3. DESIGN UND VERARBEITUNG:

FRONT:

Natürlich stellt die Front bereits das erste Highlight des Smartphones dar. Hier ist das 6,0” großeHUAWEI Mate 10 Pro - Front OLED-Display im 18:9 Format verbaut, welches den Großteil der Vorderseite bedeckt. Rechts und links sieht man nur noch einen kleinen (bei mir braunen) Streifen. Auch oben und unten sind die Ränder auf etwa 6 mm geschrumpft. dies sieht natürlich wesentlich futuristischer aus, als beim P10, welches ja noch recht dicke Ränder besaß. In meinen Augen ist das auch eine der besten Lösungen der fast-randlosen Displays, da hier ein ganz normales rechteckiges Panel zum Einsatz kommt. Bei Samsung sind es die Edge-Display, bei LG die abgerundeten Ecken und beim iPhone X die Notch, die mich stört. Wie immer ist das Display eine kleine Mogelpackung, da der Rahmen etwas größer wird, sobald man das Display aktiviert, da dann erst ein zusätzlicher dünner Rand zum Vorschein kommt. Natürlich hatten unter dem Display keine Tasten mehr Platz, weshalb, wie eigentlich immer bei Huawei, auf On-Screen-Tasten gesetzt wird. Stattdessen finden wir unten einen Huawei-Schriftzug vor. Oben hingegen findet das übliche seinen Platz: Benachrichtigungs-LED, Näherungs-/Helligkeitssensor, Hörmuschel, sowie die 8 MP Frontkamera. Wie man es kennt, wird das HUAWEI Mate 10 Pro mit einer angebrachten Schutzfolie geliefert. Diese schien zwar recht gut, jedoch hatte ich schon nach zwei Wochen einen dicken Kratzer, weshalb ich sie abgenommen habe… Mein Fehler. Seit vier Wochen benutze ich das Gerät also ohne Schutzfolie und habe mir seitdem keine weiteren nennenswerten Kratzer eingefangen. Außerdem verfügt das 2,5D-Glas über eine gute Schutzschicht, lässt sich also leicht putzen.

RÜCKSEITE:

HUAWEI Mate 10 Pro - RückseiteWie schon bei der Vorderseite wurde auch hinten dieses Mal Glas verwendet. Dieses wird an allen vier Seiten leicht abgerundet, rechts und links jedoch etwas stärker als oben und unten. Das Glas geht dann nahtlos in den Metallrahmen über. Mittig, recht weit oben wurde wie bis jetzt immer bei der Mate Serie der Fingerabdrucksensor platziert, welcher natürlich wieder grandios ist. Die Oberfläche von diesem ist ebenfalls aus Glas. Direkt darüber finden wir das Leica gebrandete Dualkamera-System, bestehend aus einem 12 MP RGB und einem 20 MP Monochrom Sensor. Beide Sensoren stehen leider ein kleines Stück aus dem Gehäuse heraus. Links davon ist der, leider nicht übermäßig helle, Dual-LED-Blitz, rechts wurde der Autofokus verbaut. Das ganze System ist in dem vorhin erwähnten Akzentsstreifen in einem etwas dunkleren Braun eingebettet.  Etwas weiter unten finden wir einen weiteren Huawei-Schriftzug. Natürlich bietet die Glasrückseite viel Angriffsfläche für Fingerabdrücke. Diese lassen sich aber recht leicht wieder wegputzen.

RAHMEN:

Der silbern bis goldene Rahmen, welcher exzellent verarbeitet ist, ist zum Großteil in gebürstetem Metall gehalten und wurde lediglich zu den Kanten in Hochglanzoptik abgeschliffen. Auf der rechten Seite ist die Lautstärkewippe mit einer Hand gerade noch so zu erreichen (sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder), wohingegen der Powerbutton perfekt platziert ist. Auf der anderen Seite ist der Dual-Sim-Karten Slot zu finden, welcher leider keine Micro-SD-Karte als Alternative zur zweiten Sim-Karte aufnimmt. Oben setzt Huawei erfreulicherweise weiterhin auf einen Infrarotport. Außerdem sitzt daneben ein Mikrofon und zwei Antennenstreifen. Dazu kongruent sind auch unten zwei Antennenstreifen verbaut. Des weiteren findet man hier ein zweites und drittes Mikro, sowie den Lautsprecher und den USB Type-C Anschluss, welcher endlich USB 3.0 unterstützt. Wahrscheinlich hat es sich bereits rumgesprochen, aber auch Huawei hat mit dem Mate 10 Pro ein Gerät ohne Kopfhöreranschluss herausgebracht. Wird Zeit, dass sie dazu ein anständiges Bluetooth Headset anbieten!

HUAWEI Mate 10 Pro - Oberseite

HUAWEI Mate 10 Pro - Unterseite HUAWEI Mate 10 Pro - Rechts

Insgesamt ist das Gerät spitzenmäßig verarbeitet, die Tasten haben einen knackigen Druckpunt, und das Smartphone verfügt über eine IP67 Zertifizierung. Das bedeutet das Gerät ist vollständig gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Dies gilt jedoch nur für eine halbe Stunde im Süßwasser bei einer maximalen Wassertiefe von einem Meter.

Design und Verarbeitung: 9/10

Pro:

  • sehr gutes Display-Oberflächen-Verhältnis
  • gute Schutzschicht auf dem Glas
  • 2,5D-Glas
  • vorinstallierte Schutzfolie
  • sehr hochwertiges Gesamtdesign
  • gute Platzierung des Fingerabdrucksensors
  • USB 3.0
  • sehr gute Gesamtverarbeitung
  • IP67 Zertifizierung

Contra:

  • Dünner schwarzer Rand um das Display
  • Glasrückseite zieht Fingerabdrücke an
  • Kamera steht leicht aus dem Gehäuse
  • kein SD-Karten Slot
  • kein Kopfhöreranschluss

4. HAPTIK:

Das Mate 10 Pro ist ein absoluter Handschmeichler. Die Glasrückseite ist nicht sonderlich rutschig und der Übergang zum Metallrahmen ist quasi nahtlos. Das Smartphone fühlt sich genauso premium an, wie es aussieht. Natürlich tragen auch die minimalistischen Displayränder zu einem sehr schönen Bedienungserlebnis bei. Natürlich ist die Einhandbedienung eher schwierig, aber wer sich ein Mate Smartphone zulegt, dem sollte das durchaus bewusst sein. Die 6.0” lassen sich natürlich mit einem Wisch über die On-Screen-Tasten verkleinern, wodurch man trotz kleinerer Hände mit einer Hand in die oberen Ecken kommt. 
Natürlich ist das Gerät nicht besonders leicht, aber ich finde eine Masse von 178 g ist auf jeden Fall akzeptabel.

Haptik: 10/10

Pro:

  • liegt perfekt in der Hand
  • fühlt sich sehr hochwertig an
  • sehr gutes Display-Oberflächen-Verhältnis
  • akzeptables Gewicht

5. DISPLAY:

Das riesige OLED-Display schreit förmlich danach diskutiert zu werden. Vielen ist eine FHD+ (2160 x 1080) Auflösung bei 6” einfach nicht genug. Andere sagen, das würde vollkommen ausreichen, und wäre sogar besser, da so Akku gespart werden kann. Ich für meinen Teil sehe das eher, wie die zweite Gruppe. Natürlich erkennt man, wenn man ganz genau hinschaut einzelne Pixel, aber im Alltag fällt das eigentlich nie auf. Ich nutze das Gerät nun seit ca. 6 Wochen und mir ist die “geringe” Auflösung noch nie unangenehm aufgefallen. Natürlich ist das Smartphone nicht unbedingt geeignet für Virtual Reality, aber das ist auch ein sehr spezieller Anwendungsfall.
Wie man es bei OLED gewohnt ist werden sämtliche Farben sehr kräftig, aber dennoch nicht übersättigt dargestellt. Der Schwarzwert ist dank ausgeschalteten Pixeln natürlich genial und auch der Weißwert ist sehr angenehm. Die Blickwinkelstabilität hat mich positiv überrascht. Farben werden auch von der Seite und von oben/unten originalgetreu dargestellt, das ist wesentlich besser also so manche IPS-Panels. *hust* Gigaset GS370 *hust*
In Sachen Helligkeit ist das HUAWEI Mate 10 Pro leider kein Spitzenreiter, aber schlecht ist sie auch nicht. Ich hatte bei Sonnenlicht nur sehr selten Probleme Inhalte zu erkennen. Eine Sache die mich gestört hat, war, dass das Display automatisch wieder heller wurde, wenn man es komplett dunkel macht, obwohl die automatische Regelung ausgeschalten war. Ich vermute jedoch, hier handelt es sich um einen Einzelfall, da keiner der Kollegen, die ich gefragt habe, dieses Problem auch hatten.

Display: 8,5/10

Pro:

  • ausreichende Pixeldichte
  • kräftige Farben
  • sehr gute Blickwinkelstabilität
  • Helligkeit geht in Ordnung

Contra:

  • kein QHD (nicht sehr gut für VR geeignet)
  • Helligkeit ist ausbaufähig

6. PERFORMANCE UND SPEICHER:

Bei der Präsentation hat Huawei ihren neuen Prozessor, den Kirin 970 Octa-Core (4x 2,36 GHz, 4x 1,8 GHz), sehr stark beworben, da dieser neben einer starken Leistung eine NPU Einheit besitzt, welche nicht nur die Kamera, sondern auch die Software mit künstlicher Intelligenz unterstützen soll. Leider merkt man da im Alltag relativ wenig davon, jedoch weiß ich natürlich nicht, wie es ohne die NPU wäre. Ich vermute jedoch, dass es sich hier nur um eine geschickte Marketing Strategie handelt. Wo die NPU jedoch ihre Finger im Spiel haben dürfte, ist beim Haushalt mit dem Akku. Darauf werde ich jedoch weiter unten genauer eingehen. Natürlich hat das Smartphone mit sämtlichen aufwendigen Spielen keine Probleme. Dennoch läuft das System leider nicht hundertprozentig flüssig. Ab und zu fallen immer wieder kleinere Ruckler auf, was eigentlich bei einem 800€ Euro Gerät nicht passieren darf.
Beim Antutu Benchmark erreicht das Mate 10 Pro einen sehr guten Wert von 170.469 Punkten. Z.B. mit einem iPhone X kann es da jedoch trotzdem nicht mithalten. Dieser Wert ist in etwa mit dem HTC U11 vergleichbar, auch wenn dieses auf den ersten Blick etwas flüssiger läuft (Testgerät ist erst heute bei mir eingetroffen).

Mit 6GB RAM ist hier mehr als genug Arbeitsspeicher verbaut. Dies sorgt für ein perfektes Multitaskingerlebnis. Dies dürfte trotz der ausbaufähigen Performance die Antutu-Punktzahl etwas in die Höhe gezogen haben.
Für die meisten User dürfte der interne Speicher mit 128GB vollkommen ausreichen, jedoch empfehle ich für Leute, die damit nicht klar kommen ein anderes Gerät, da der Speicher leider nicht erweiterbar ist.

Performance und Speicher: 7/10

Pro:

  • NPU Unterstützung
  • Sehr viel Arbeitsspeicher, der auch effizient eingesetzt wird
  • Viel interner Speicher

Contra:

  • Performance ist zwar nicht schlecht, aber auf jeden Fall ausbaufähig
  • Speicher nicht erweiterbar

7. AKKU:

Der Akku gehört definitiv zu den Königsdisziplinen des Mate 10 Pro. Das Zusammenspiel der 4000 mAh, der Software und des NPU-Teils des Prozessors sorgen für eine Top-Akkuleistung. Die Power des Akkus ist in dieser Preisklasse schon fast ein Alleinstellungsmerkmal. Kein anderes mir bekanntes Flaggschiff schafft es, bei intensiver Nutzung auf eine Display-On-Time 6 bis zu sagenhaften 8 Stunden zu kommen, wenn die Helligkeit bei 50-100% liegt. Normale Nutzer sollten hierbei locker zwei Tage auskommen. Bei intelligenter Verwendung des Ultra-Stromsparmodus (v.a. Nachts) könnten bei einigen sogar 3 Tage drin sein.

Sollte der Saft doch mal ausgehen, ist das gar kein Problem, da das Gerät in ca. 30 min wieder auf 50% geladen wird, sofern man das mitgelieferte SuperCharge-Netzteil (5V bei 4,5A/ 4,5V bei 5A/ 5V bei 2A) verwendet. Von 0 auf 100 braucht das Mate 10 Pro ca. 70-80 Minuten, da die letzten 10% etwas langsamer geladen werden, um den Akku zu schonen.
Leider wurde trotz der Glasrückseite kein Wireless-Charging verbaut.

HUAWEI Mate 10 Pro - Netzteil HUAWEI Mate 10 Pro - Ladekabel

Akku: 9,5/10

Pro:

  • Beste Akkulaufzeit in diesem Preissegment
  • sehr effizienter Ultra-Stromsparmodus
  • SuperCharge (ca. 50% in 30 min)

Contra:

  • kein Wireless-Charging

8. SOFTWARE UND FEATURES:

Die bunte Benutzeroberfläche namens EMUI löst ja bei vielen Leuten gemischte Gefühle aus. HUAWEI Mate 10 Pro - IcondesignIch kann es vollkommen nachvollziehen, wenn manche so ihre Probleme mit einer so verspielten Oberfläche haben, mir gefällt sie jedoch. Durch die App “Designs” kann der Benutzer auch einige Anpassungen an beispielsweise den Icons vornehmen. Sehr erfreulich ist, dass das Mate 10 Pro bereits mit Android 8.0.0 Oreo ausgeliefert wird. Außerdem gibt es EMUI in der neusten Version, also ebenfalls 8.0 dazu. Aktuell (Stand 28. Dez) verfügt das Gerät über den Google Sicherheitspatch vom 6.11.2017, also nicht den neusten. Ich hoffe das ändert sich in den nächsten Tagen. Trotzdem denke ich, man ist gegen aktuelle Sicherheitslücken gut geschützt, sofern man sich angemessen verhält.
Leider bleiben wir auch dieses Mal nicht von der Bloatware verschont, weshalb im sogenannten “Top-Apps” Ordner Instagram, Facebook und Booking.com zu finden sind. Diese sind zum Glück deinstallierbar.

EMUI stellt einige nützliche Zusatzfeatures zu Verfügung:

  • Knuckle-Funktionen:
    Das Zeichnen mit den Fingerknöcheln kann einige versteckte Funktionen hervorrufen: beispielsweise wird, wenn man einmal von links nach rechts wischt das Display unterteilt, und man kann zwei, von einer kleinen Auswahl an Apps, gleichzeitig bedienen; oder man zeichnet einen der Buschstaben e, w, m oder c auf das Display, um einstellbare Apps zu öffnen; Teilscreenshots können hierdurch auch gemacht werden; durch doppeltes Klopfen wird ein kompletter Screenshot erstellt
  • Intelligente Gesten:
    Der Wisch auf der Navigationsleiste bewirkt ein Verkleinerung der Anzeige für die Einhandbedienung; wischt man von oben nach unten so öffnet sich ein Suchfeld für Apps, Kontakte und Nachtrichten; durch einen dreifachen Tab kann man alles durch eine Zoomgeste vergrößern (muss erst aktiviert werden)
  • Smart-Cover:
    Dies ermöglicht für Cases von Drittanbietern ein Fenster anzeigen zu lassen, wenn diese geschlossen sind. Außerdem erkennt das Smartphone ein Schließen und Öffnen.
  • Fingerabdrucksensor:
    Dieser kann nicht nur mit seiner wahnsinnigen Schnelligkeit angeben, sondern hat auch alle diese Funktionen, die auch schon in anderen Huawei Smartphones verbaut waren: Benachrichtigungsfeld anzeigen, durch die Galerie stöbern, Fotos und Videos aufnehmen und Anrufe entgegen nehmen ohne das Touchpad zu berühren.
  • Intelligente Headset-Steuerung:
    Drückt man bei den mitgelieferten Kopfhörern ein-, zwei-, oder dreimal auf die Taste passieren unterschiedliche Dinge (Tutorial vorhanden)
  • Taschenmodus: 
    Verhindert das versehentliche Bedienen in der (Hosen-)Tasche
  •  Always On Display:
    Das etwas schwer zu findende Always On Display kann bis jetzt nur die HUAWEI Mate 10 Pro - Always-On-DisplayUhrzeit, das Datum, den Akkustand, sowie Benachrichtigungen hauseigener Apps anzeigen. Leider werden noch keine Drittanbieter-Apps unterstützt. Dieses Feature kann unter “Sicherheit & Datenschutz” > “Bildschirmsperre & Passwörter” > “Immer Informationen anzeigen” aktiviert werden.
Software und Features: 9/10

Pro:

  • Design ist veränderbar (Themes)
  • Android 8.0.0 Oreo ist vorinstalliert
  • relativ wenig Bloatware (deinstallierbar)
  • Einige nützliche Zusatzfeatures

Contra:

  • Es ist überhaupt Bloatware vorhanden
  • Dem Always On Display fehlt es noch an Mehrwert

9. KAMERA:

Meiner Meinung nach gehört Huawei’s Kamera-App zu den cleansten auf dem Markt. Sie ist sehr übersichtlich gestaltet und trotzdem vermisse ich keinerlei Features oder Einstellungsmöglichkeiten. Die Features der Kamera gibt es hier noch einmal im Überblick:

FeatureMate 10 Pro
Foto-Auflösungmax. 20MP, nimmt die Farben der RGB-Cam und die Auflösung der Monochrom-Cam
Blendef1.6 auf beiden Linsen
Video-Auflösungmax. UHD (4K), 30FPS
Zeitlupenvideo-Auflösungmax. FHD (1080p), 120FPS
Zeitraffer
Optische Bildstabilisierung
"Momente"✓ Nimmt ein kurzes Video vor und nach dem Bild auf, vergleichbar mit Apples Live-Foto
Zoombis 2x verlustfrei, max. 10x
Künstlerisches Bokeh (Haupt- und Frontcam)✓ Funktioniert jedoch hinten nicht perfekt und vorne so gut wie gar nicht
Panorama
Echtes Monochrom✓ (max. 20MP)
Nachtaufnahme
Lichtmalerei
HDR✓ (kein Auto-HDR)
Serienaufnahme
3D-Panorama✓ Nimmt ein Bild eines Objektes auf, um das man sich dann virtuell bewegen kann.
Scanner✓ Scannt Dokumente und richtet das Foto mit rechteckiger Korrektur aus.
Funktion der Leiser-Taste✓ Wahlweise im gesperrten Zustand direkt ein Foto aufnehmen oder die Kamera App öffnen.
BILDER:

Auf den ersten Blick sind die Bilder sehr sehr gut. In den letzten Jahren hat sich Huawei hier extrem gebessert. Früher hat der Automatik Modus öfters mal nicht das geleistet, was er hätte leisten können. Mit dem Pro Modus konnte man zwar schon immer einiges rausholen, aber die meisten Menschen haben weder die Zeit, noch das Interesse sich in dieses Pro Gedöns reinzudenken. Stattdessen wollen sie auf den Auslöser klicken und dann ein gutes Bild machen. Beim Mate 10 Pro klappt das wirklich gut. Trotzdem ist hier die Konkurrenz (z.B. Samsung) noch eine Ecke besser.
Mit 12 MP ist die Auflösung natürlich nicht übermäßig gut, was man jedoch nur dann sieht, wenn man in das Bild hinein zoomt. Hier vermisste ich leider hin und wieder ein paar Details. Daran konnten dann auch die künstlichen 20MP nichts mehr ändern. Um ehrlich zu sein, erkennt man hier nicht wirklich einen Unterschied.
Sehr nützlich finde ich das Feature des 2x Zooms ohne Qualitätsverluste. Viele Kollegen mögen hier die Weitwinkel Option, die beispielsweise LG oder Gigaset anbieten, besser, jedoch fällt mir immer wieder auf, dass ich Dinge von etwas weiter weg fotografiere und somit einen guten Zoom gebrauchen kann. Das ist jedoch meine eigene Meinung, das kommt natürlich immer auf den Anwender an. Etwas schade finde ich, dass es kein Auto-HDR gibt, da dieses Feature einen wirklichen Mehrwert bieten würde.
Die Königsdisziplin der Kamera ist natürlich die Low-Light Performance. Als erstes Smartphone mit einer doppelten f 1.6er Blender hatte ich hier sehr hohe Erwartungen, welche Gott sei Dank auch bestätigt wurden. Ein deutliches Bildrauschen tritt erst bei völliger Dunkelheit auf und teilweise konnte ich durch meine Kamera mehr erkennen als mit dem bloßen Auge. Das hat mich wirklich umgehauen.
Für die Frontkamera gilt im großen und ganzen das gleiche, nur das hier die Low-Light Performance nicht ganz so überragend ist, da hier “nur” eine f 2.0 Blende zum Einsatz kommt.
Im Folgenden könnt ihr euch nochmal selbst von der Kamera überzeugen:

 
VIDEOS:

Von der Video-Qualität war ich im allgemeinen leider etwas enttäuscht. Die 4K Aufnahmen sehen nicht wirklich aus wie 4K. Des weiteren gibt es noch keine 60FPS bei 4K. Bei schlechteren Lichtbedingungen ist die Leistung nicht vergleichbar mit den Fotos, da hier das Rauschen doch schon früher deutlich sichtbar wird. 

Kamera: 7,5/10

Pro:

  • sehr gute Bildqualität
  • sehr gute Low-Light-Performance
  • Dual-Kamera

Contra:

  • “nur” 12MP
  • kein Auto-HDR
  • Videoqualität kann nicht überzeugen

10. SOUND:

Normalerweise ist der Sound bei wasserdichten Smartphones nicht unbedingt der Hit. Hier waren Apple die ersten, die es geschafft haben, anständige Stereospeaker in eine IP67 zertifiziertes Gehäuse zu packen. Nun hat es auch Huawei geschafft, das Mate 10 Pro wasserdicht zu machen und trotzdem kann man sich nicht über die Lautsprecher beschweren. Im Vergleich zum P10 Plus, welches ebenfalls eine Lautsprecherunterstützung in der Hörmuschel besaß, wurde zwar auch nicht wirklich was verbessert, aber damals hatten wir auch noch eine IP54 Zertifizierung. Höhen werden selbst bei voller Lautstärke angenehm dargestellt und auch der Bass geht in Ordnung. Zwar kann es hier nicht ganz mit einem HTC U11 mithalten, aber sehr viel schlechter ist es auch nicht. Die Lautstärke ist ebenfalls brauchbar. Zum YouTube Videos schauen, Podcasts hören, o.ä. eignet es sich auf jeden Fall. Zur Not kann man auch Musik damit hören, aber natürlich ist es nicht vergleichbar mit einer Stereoanlage. 

Das mitgelieferte Hartplastik-Headset hat das erste Mal seit längerer Zeit ein kleines Upgrade erhalten. Schon allein, weil hier kein 3,5mm Klinkenanschluss mehr zum Einsatz kommt, sondern ein USB Type-C Stecker, musste hier etwas verändert werden. Neben dem Stecker wurde etwas an der Soundqualität gearbeitet, welche jetzt wirklich brauchbar ist. Ich würde zwar trotzdem bei Trips durch die Stadt oder andere laute Orte In-Ears bevorzugen, da bei Hartplastik die Musik doch sehr laut gedreht werden muss, damit man die anderen Geräusche übertönt. Active Noise Canceling gibt es natürlich nicht. 

HUAWEI Mate 10 Pro - Headset

Sound: 9/10

Pro:

  • klarer Sound, trotz IP67
  • gute Lautstärke
  • Verbesserung des Headsets

Contra:

  • kein In-Ear-Headset
  • kein Active Noise Canceling

11. FAZIT:

Huawei liefert ein Premium Smartphone für 799€, welches sich wirklich sehen lassen kann. Mit diesem Preis liegt es außerdem noch ein Stück unter den Konkurrenten Apple, Samsung und LG, welche von 900€ bis 1300€ alles im Peto haben. Trotzdem muss man beim Mate einige Kompromisse eingehen. Zu nennen ist hier die ausbaufähige Performance, die mittelmäßige Videoaufnahme und der Verzicht auf Aux-Anschluss, Wireless-Charging und Micro-SD Karte. All dieses Dinge bietet die Konkurrenz etwas besser an.
Dennoch ist das Mate 10 Pro ein sehr gutes Smartphone, wenn der Nutzer mit 128 GB Speicher auskommt, einen perfekten Akku benötigt, auf gute Software angewiesen ist, oder sich schlicht und einfach in dieses Design verliebt hat. Dies passt genau auf mich, weshalb das Gerät mein Daily-Driver geworden ist. 

Gesamtbewertung: 8,69/10

Errechnung der Gesamtpunktzahl: [(Design + Haptik + Display + Performance + Software) x 2 + (Akku) + (Kamera) + (Sound)] ÷ 13

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