HUAWEI EMUI – Übersicht und Tipps zur Benutzeroberfläche

Version 9.0

Lange Zeit war die Benutzeroberfläche EMUI aus dem Hause HUAWEI eine der umstrittensten UIs. Sie war nicht gerade aufgeräumt, sehr bunt und zusätzlich auch noch stark an iOS angelehnt. Seit der 8ten Generation ist das aber alles etwas besser geworden. Zwar war sie immer noch nicht so clean, wie Stock Android und auch immer noch iOS sehr ähnlich, aber sie wurde wesentlich übersichtlicher und intuitiver.
Mit EMUI 9.0 wurde das ganze dann weiter verbessert. Der Look ist inzwischen sehr modern und nicht mehr so überladen. Zudem wurde die Software insgesamt wesentlich runder gemacht. Im Klartext bedeutet das, dass das ganze Smartphone weniger ruckelt, was zwar natürlich auch von der Hardware abhängt, aber bei HUAWEI war früher leider oft die Software an Verzögerungen schuld. Inzwischen ist das Geschichte, wodurch beispielsweise das HUAWEI Mate 20 Pro zu den performantesten Geräten derzeit gehört. Dazu kommt, dass EMUI wahrscheinlich die Android-Oberfläche ist, die am meisten nützliche Zusatzfeatures bietet.

Zusatzfeatures:
  • Designs: Mit der vorinstallierten App “Designs” lässt sich der Look des Smartphones personalisieren. Hier lässt sich der Hintergrund, das Sperrbildschirmdesign, die Icons, sowie die Schriftart anpassen.
  • Telefonmanager: Diese kleine nützliche App ersetzt die zu tausenden aus dem Play-Store bekannten Clean-Apps, bei denen man nie sicher sein konnte was sie taugen. Hier lassen sich neben einer Bereinigung und einiger anderer kleiner Dinge auch ein Virenscan durchführen. Dieser wird von Avast bereit gestellt.
  • Health: Mit dieser Systemeigenen App werden Fitnessdaten, wie Schritte und verbrannte Kalorien und Gewicht aufgezeichnet. Außerdem lassen sich hierüber die HUAWEI-Wearables verbinden. Sofern das jeweilige Wearable dies unterstützt, kann noch der Schlaf, sowie die Herzfrequenz aufgezeichnet werden. Außerdem können über die App Training gestartet und getrackt werden.
  • AppGallery: Diese bietet eine Alternative zum Playstore, um sich etwas unabhängiger von Google zu machen. Das ganze ist allergings hauptsächlich in China von Bedeutung, da dort keine Google-Apps auf Smartphones vorinstalliert sind.
  • HiCare: Mit der HiCare App lässt sich der Support kontaktieren, Aktualisierungen abrufen, oder die FAQs öffnen. Außerdem findet hier die Registrierung für Beta-Programme statt.
  • HUAWEI-ID: Über diesen Account lassen sich HUAWEI-eigene Apps, wie Health, Designs oder die AppGallery verknüpfen. Außerdem werden über dieses die HAUWEI-Cloud und Zahlungen gemanagt.
  • Darkmode: Hierbei werden vom System normalerweise weiß angezeigte Oberflächen schwarz eingefärbt. Dadurch sollte die Akkulaufzeit verbessert werden, sofern das Gerät einen OLED-Bildschirm vorweisen kann, da bei diesem schwarze Pixel einfach abgeschaltet sind.
  • Fingerabdrucksensoren: HUAWEI gilt als Marktführer, was das Thema Schnelligkeit und Zuverlässigkeit bei diesen Sensoren betrifft. In HUAWEI und Honor Geräten gibt es drei Arten von Fingerprintsensoren.
    Der erste, den HUAWEI verbaut hat, wurde auf der Rückseite platziert. Mit diesem lässt sich neben einer Geräte Entsperrung auch die Benachrichtigungsleiste herunter ziehen, durch die Galerie blättern oder ein Wecker ausschalten.
    Die zweite Art ist auf der Vorderseite unterhalb des Displays zu finden. Durch diesen lassen sich die On-Screen-Tasten ersetzen, in dem man ihn mit kurz, lang oder wischen bedient.
    Futuristisch wird es dann bei der dritten Version. Bei dieser ist der Sensor im Display verbaut, wodurch das Gerät im Liegen entsperrt werden kann und trotzdem kein Platz unter dem Display verschwendet werden muss. Diese Art ist allerdings noch nicht ganz so schnell und zuverlässig und bis jetzt nur im Mate 20 Pro und den zwei neusten Porsche Design Modellen zu finden.
  • Gesichtserkennung: Auch hier gibt es zwei verschiedene Varianten. Zum einen das Entsperren über die Frontkamera, bei der man gutes Licht benötigt. Zum anderen einen 3D-Gesichtsscan über Infrarot, der auch im Dunkeln funktioniert und wesentlich sicherer ist. Leider ist auch dieses Feature bis jetzt dem Mate 20 Pro und dem Mate 20 RS Porsche Design vorenthalten.
  • Notch: Besser gesagt die Anpassung der Software an die Notch. Links und rechts der Einkerbung befindet sich im Hochformat die Statusleiste, bei Videos und Spielen wird sie dann ausgeblendet. Wer keine Lust auf die Notch hat kann sie in den Einstellungen sogar dauerhaft ausblenden. Somit befindet sich dort nur noch die Status leiste, ansonsten ist dieser Bereich schwarz, was bei OLED natürlich wieder besser aussieht als bei günstigeren LCDs.
  • Gestensteuerung: Mit Android 9 bzw. EMUI 9 hat HUAWEI ebenfalls auf Gestensteuerung umgestellt. Ein Wisch von unten nach oben, außerhalb des Displays begonnen bringt einen zurück zur Startseite. Einen Schritt zurück kommt man durch selbige Geste von rechts oder links. Wischt man von unten nach oben und hält dann kurz den Finger auf dem Display werden die letzten Apps angezeigt. Wem das nicht taugt, der kann die guten alten On-Screen-Tasten in den Einstellungen zurück holen.
  • Navi-Dot: Eine weitere Alternative zur Gestensteuerung ist der Navi-Dot, der sich beliebig auf dem Display verschieben lässt und so als Navigation dient.
  • Schnellsuchleiste: Wischt man auf dem Homescreen von oben nach unten (nicht ganz oben beginnend) öffnet sich die Schnellsuchleiste, über die man nach Apps, Einstellungen, Kontakten und ähnlichem suchen kann. Über den kleinen Button rechts neben der Suchleiste öffnet sich HiVision.
  • HiVision: Mit diesem kleinen Helferlein lassen sich QR-Codes Scannen, Texte übersetzen und Shoppingangebote einholen, indem das Smartphone erkennt auf was die Kamera gerichtet ist. Letzteres klappt jedoch noch nicht sonderlich gut.
  • Knöchelgesten: Durch ein doppeltes Klopfen mit dem Bildschirm kann ein Screenshot erstellt werden. Außerdem lässt sich mit einem Streichen mit dem Knöchel in der Mitte der Bildschirm teilen, da dies mit dem Ausblenden der Onscreen-Tasten oder der neuen Gestensteuerung sonst nicht funktionieren würde. App-Shortcuts, wenn man einen bestimmten Buschstaben zeichnet lassen sich ebenfalls einstellen. Dieses Feature klappt jedoch bei einigen Einsteiger- und älteren Mittelklassegeräten nicht.
  • Einhandbedienung: Ein Wisch aus der unteren rechten oder linken Ecke verkleinert die Anzeige. Sie verkleinert sich in die Ecke, aus der man Gewischt hat.
  • Smart-Cover: Dies ermöglicht für Cases von Drittanbietern ein Fenster anzeigen zu lassen, wenn diese geschlossen sind. Außerdem erkennt das Smartphone ein Schließen und Öffnen und sperrt so das Gerät.
  • Intelligente Headset-Steuerung: Drückt man bei den mitgelieferten Kopfhörern (nur bei höherpreisigen Smartphones) ein-, zwei-, oder dreimal auf die Taste passieren unterschiedliche Dinge (Tutorial vorhanden)
  • Taschenmodus: Verhindert das versehentliche Bedienen in der (Hosen-)Tasche. Realisiert wird das durch den Näherungssensor auf der Vorderseite.
  • Always On Display: Das etwas schwer zu findende Always On Display kann bis jetzt nur die Uhrzeit, das Datum, den Akkustand, sowie Benachrichtigungen hauseigener Apps anzeigen. Leider werden noch keine Drittanbieter-Apps unterstützt. Dieses Feature kann unter “Sicherheit & Datenschutz” > “Bildschirmsperre & Passwörter” > “Immer Informationen anzeigen” aktiviert werden. Dieses Feature wird nur bei Smartphones mit OLED-Panels bereitgestellt, da bei LCDs nicht nur einzelne Pixel leuchten können.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Feed, der immer mal wieder aktualisiert wird, wenn eine neue EMUI Version erscheint. Außerdem bin ich für Verbesserungsvorschläge offen, sollte ich ein Feature oder sonst etwas vergessen haben.

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