Gigaset GS280 – Vielleicht wird es ja doch noch was mit den Deutschen… – Review

Bei früheren Gigaset Smartphones war es einfacher Fehler zu finden, als Dinge die gut gelaufen sind. Mit dem Gigaset GS280 habe ich jedoch endlich mal die Hoffnung, doch ein brauchbares Gerät aus Deutschland in den Händen halte. Ob diese Hoffnungen durch das ca 250€ teure Smartphone erfüllt werden, erfahrt ihr in meinem Review.
Vielen Dank an Gigaset, die mir das Gerät als Dauerleihgabe zu Verfügung gestellt haben. Der Vollständigkeit halber muss gesagt werden, dass das meine Meinung nicht beeinflusst.

GLIEDERUNG:

1. TECHNISCHE DATEN:

Abmessungen152,6 mm x 73,7 mm x 9,2 mm (H x B x T)
Gewicht174 g
Display5,7" FHD+ (2.160 x 1.080 Pixel, 423 PPI), IPS
BetriebssystemStock-Android™ 8.1 Oreo
Speicher3 GB RAM, 32 GB ROM (ca. 24 GB nutzbar, erweiterbar um max. 256 GB)
ProzessorQualcomm Snapdragon 430 Octa-Core (Max. 1,4 GHz)
Konnektivität(A-)GPS, Glonass, Beidou, Galileo, Bluetooth 4.2, LTE, WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, USB Type-C-Anschluss (USB 2.0), Kopfhöreranschluss
SensorenUmgebungslicht, Näherung, Kompass, Gyro, Beschleunigung, Fingerabdruck, Benachrichtigungs-LED
Kamera16 MP Hauptkamera (f2.0), 13 MP Frontkamera
Akku5000 mAh
Erhältliche FarbenSchwarz, Braun
SimDual-Nano-Sim + SD-Kartenslot
WasserfestNein
LieferumfangSmartphone, Fastcharging-Netzteil, USB Type-C Kabel, In-Ear-Headset, Quickstartguide

2. UNBOXING:

Die Verpackung besteht aus ganz einfacher Pappe. So etwas ist man von Smartphone-Verpackungen eigentlich nicht gewohnt. Öffnet man diese liegt oben das Smartphone. Dieses liegt in einer weiteren Art Klappe, in der das Sim-Eject-Tool steckt. Darunter liegt das USB Type-C Kabel, ein Netzteil, sowie das In-Ear-Headset. Erfreulicherweise liegt direkt ein Quickcharge 3.0 Netzteil bei, was bei 5000 mAh aber auch quasi Pflicht ist.

3. DESIGN UND VERARBEITUNG:

Front:

Die Vorderseite des GS280 besteht aus hochwertigem 2,5D-Glas, auch wenn es sich leider nicht um Gorillaglas handelt. Dieses schützt das 5,7″ große Display, welches von relativ dünnen Rändern umrahmt wird. Natürlich gibt es in diesem Preisbereich viele Geräte, die noch wesentlich dünnere Rändern haben, aber Gigaset geht immerhin langsam in die richtige Richtung. Im Rand oberhalb des Displays sitzt eine Benachrichtigungs-LED, die Frontkamera, die Hörermuschel sowie der Näherungssensor. Leider fungiert die Hörmuschel nicht als zweiter Speaker.

Rückseite:

Hier sind wir wahrscheinlich an dem Punkt angelangt, der mir am ganzen Gerät am besten gefällt. Zwar besteht das Smartphone aus Kunststoff, allerdings merkt man das wirklich nur, wenn man mit einem harten Gegenstand dagegen klopft. Hält man das Gerät einfach nur in der Hand, fühlt es sich an, als hätte man ein Metallgehäuse. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das sagen werde, aber das ist die hochwertigste Kunststoffrückseite, die ich jemals gesehen habe. Leider lässt sie sich aber nicht mehr abnehmen, wie es bei vielen anderen Gigaset Smartphones noch war.
Oben links sitzt dann die Hauptkamera, welche minimal aus dem Gehäuse heraus steht. Dennoch wackelt das Smartphone nicht wenn es auf einem Tisch liegt. Rechts daneben sitzt der Dualblitz. Abgesehen vom “Gigaset – Limited Edition” Schriftzug wurde hinten nur noch der Fingerabdrucksensor verbaut. Dieser ist zwar nicht gerade schnell, aber immerhin recht zuverlässig. Als Alternative steht noch die Gesichtserkennung zu Verfügung, für welche bei gutem Licht das gleiche gilt.

Rahmen:

Der Kunststoffrahmen geht oben und unten noch teilweise in die Rückseite des Gehäuses über, was einen ungewöhnlichen Look erzeugt, mit dem ich mich aber anfreunden konnte. Somit hebt sich das Gerät leicht vom Smartphone-Einheits-Brei ab. Auf der Unterseite wurde der USB-C Port sowie der Monospeaker verbaut. Zwar sind dort zwei Lautsprechergrills zu finden, jedoch verbirgt der eine nur ein Mikrofon und ist sonst eher für die Symmetrie vorhanden. Oben sitzt noch der 3,5mm Klinkenanschluss. Auf der rechten Seite sitzen die üblichen drei Hardwarebuttons, welche einen absolut geilen Druckpunkt haben. Zusätzlich hebt sich der Powerbutton durch eine Riffelung ab.

Insgesamt ist das Gigaset GS280 perfekt verarbeitet, da kann man sich absolut nicht beschweren. Spaltmaße sind nirgends zu finden, und auch die Tasten sitzen bombenfest. Lediglich eine IP Zertifizierung würde noch fehlen, aber eine solche besitzen fast keine Smartphones dieser Preisklasse.

Design und Verarbeitung: 8,5/10

Pro:

  • 2,5D-Glas
  • perfekte Verarbeitung
  • fühlt sich nicht an wie Kunststoff
  • USB-Type-C
  • sehr guter Druckpunkt der Buttons
  • eigener Look
  • Gerät liegt flach auf dem Tisch

Contra:

  • Displayränder könnten etwas dünner sein
  • (Kunststoff)
  • Fingerabdrucksensor könnte etwas schneller sein

4. HAPTIK:

Ebenso begeistert wie ich von der Verarbeitung des Geräts war, bin ich es auch von der Haptik. Meiner Meinung nach handelt es sich beim GS280 um einen absoluten Handschmeichler. Es liegt durch die Wölbung auf der Rückseite perfekt in der Hand und es gibt nirgends störende Kanten oder Ecken. Wenn jetzt noch die Ränder des Displays etwas dünner wären, wodurch die ohnehin machbare Einhandbedienung noch einfacher wäre, hätte ich bei diesem Punkt absolut nichts auszusetzen.

Haptik: 9,5/10

Pro:

  • fühlt sich hochwertig an
  • liegt perfekt in der Hand
  • Einhandbedienung meist möglich

Contra:

  • etwas zu dicke Displayränder 

5. DISPLAY:

Das 5,7″ große Full-HD+ Display ist durchaus in Ordnung. Es kommt auf 423 PPI was in diesem Preisbereich mehr als ausreichend ist. Im Alltag sind auf jeden Fall keine Pixel zu erkennen. Außerdem wird das IPS-Panel auch angenehm hell, wodurch man in den meisten Fällen auch bei Sonneneinstrahlung keine Probleme hat Inhalte abzulesen. Leider gilt das jedoch nur wenn man direkt auf das Display schaut, da die Blickwinkelstabilität nicht so richtig gut ist. Sobald man es etwas von der Seite ansieht geht die Helligkeit runter und bei noch stärkerem Neigungswinkel verliert man die Farbechtheit. Die Farbdarstellung im 90° Winkel hingegen ist ordentlich.

Display: 8,5/10

Pro:

  • völlig ausreichende Auflösung
  • hohe Helligkeit
  • gute Farbdarstellung

Contra:

  • ausbaufähige Blickwinkelstabilität

6. PERFORMANCE UND SPEICHER:

Anfangs war ich wirklich überrascht, wie flüssig das Smartphone läuft. Ich hatte wirklich keine hohen Erwartungen, da der Qualcomm Snapdragon 430 ein absoluter Einsteigerprozessor und auch nicht mehr der neuste Chip ist. Für diesen Preis bekommt man bei anderen Herstellern da wesentlich mehr. Dennoch läuft das Smartphone im Grunde mit nur minimalen Rucklern hier und da, was mich sehr gefreut hat. Leider liegt der Fehler aber im Detail. Apps brauchen sehr lange um sie zu starten und auch Spiele, wie Jurassic World Alive, laufen nicht flüssig. Positiv zu vermelden ist noch, dass die 3 GB RAM Apps recht lange im Hintergrund laufen lassen.
Im Antutu-Benchmark erreicht das GS280 58.820 Punkte.

An internem Speicher hat das Smartphone 32 GB zu bieten, von denen ca. 22 GB nutzbar sind. Das ist zwar nicht wirklich viel, aber immerhin kann man das Smartphone per Micro-SD erweitern, ohne dabei auf die Dual-Sim-Fähigkeit verzichten zu müssen.

Performance und Speicher: 5,5/10

Pro:

  • Smartphone läuft großteils flüssig
  • gutes RAM Management
  • Speicher uneingeschränkt erweiterbar

Contra:

  • veralteter Einsteigerprozessor
  • Apps brauchen lange zum Starten
  • Spiele laufen nicht flüssig
  • Speicher klein

7. AKKU:

Wie auch beim Vorgänger, dem Gigaset GS270, hat der deutsche Hersteller auch dieses Jahr wieder einen Monster-Akku verbaut. Mit 5000 mAh ist es quasi unmöglich den Akku an einem Tag zu verbrauchen. In Verbindung mit dem schwachen Prozessor sind teilweise Bildschirmzeiten von bis zu 10 Stunden drin. Da kann man sich auf jeden Fall nicht beschweren. Lediglich der Stand-By-Verbrauch ist für meinen Geschmack etwas zu hoch, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
Ebenso erfreulich geht es beim Aufladen weiter. Es handelt sich beim GS280 um Gigasets erstes USB-C Smartphone, was auch langsam wirklich Zeit wurde. Zusätzlich liegt direkt in der Verpackung ein Qualcomm Quickcharge 3.0 Stecker, womit das Gerät in guten 2 Stunden aufgeladen werden kann. Sehr erfreulich!

Akku: 10/10

Pro:

  • großer Akku, gute Akkulaufzeit
  • USB Type-C
  • Quickcharge

8. SOFTWARE UND FEATURES:

Software überzeugt ebenfalls immer bei Gigaset. Es wird Stock-Android ausgeliefert und lediglich einige kleine Zusatzfeatures sind zu finden. Leider handelt es sich noch um Android 8.1, aber ich hoffe da gibt es bald ein Update auf Android 9 Pie. Der Sicherheitspatch darf mit dem 5. Februar 2019 ebenfalls etwas aktueller sein. Ansonsten überzeugt die Software aber mit seiner Übersichtlichkeit und dem flachen Design. Bloatware ist ebenfalls keine auf dem Gerät zu finden.

Software und Features: 8/10

Pro:

  • Stock Android
  • flaches Design
  • übersichtlich
  • keine Bloatware
  • ein paar nützliche Zusatzfeatures

Contra:

  • Android 8.1
  • Sicherheitspatch veraltet

9. KAMERA:

 

Die Kamera des GS280 hat mich positiv überrascht. Die App ist natürlich ebenfalls von Stock Android übernommen und somit clean und verständlich aufgebaut.

Fotos:

Beim GS370 habe ich noch gesagt, man sollte sich erst mal darauf konzentrieren eine Kamera gescheit zu machen, bevor man ein Dual-Setup verbaut. Scheinbar ist genau das eingetroffen. Die eine Kamera auf der Rückseite mit 16 MP schießt bei guten Lichtverhältnissen wirklich brauchbare Fotos mit realitätsnahen Farben und angenehmen Dynamik Umfang. Dank der recht hohen Auflösung kann man sich auch über die Schärfe nicht beschweren. Bei schlechteren Lichtverhältnissen tritt natürlich verhältnismäßig schnell Rauschen auf, aber das habe ich erstens schon oft schlimmer gesehen und zweitens sind die Bilder überraschend hell und detailreich.
Auch mit der 13MP Frontkamera können gute Selfies gemacht werden, auch wenn man hier sehr genau auf den Fokus achten muss.

Videos:

Leider schaut es bei Videos nicht ganz so rosig aus. Die Kamera hat bei maximal Full-HD oft Fokusprobleme und die Videos schauen auch bei gutem Licht schon verrauscht aus. Das schaut man sich leider nicht so richtig gerne an.

Kamera: 7,5/10

Pro:

  • Gute Fotos bei gutem Licht
  • Helle Fotos bei schlechtem Licht.
  • Gute Kamera-App

Contra:

  • Videos sind nicht so richtig brauchbar

10. SOUND:

Der Monolautsprecher des GS280 ist zwar nicht wirklich schlecht, aber loben kann man ihn auch nicht. Er wird einigermaßen laut und das sogar, ohne zu übersteuern. Dennoch ist der Sound nichts für Musikliebhaber, da weder Bässe, noch Höhen wirklich klar dargestellt werden können. Bei niedrigerer Lautstärke ist das zwar etwas besser, aber dann wird es doch wirklich leise.
Das mitgelieferte In-Ear-Headset hingegen verdient dagegen immer wieder ein Lob. Es hat eine ordentliche Soundqualität ohne blechern zu klingen.

Sound: 7,5/10

Pro:

  • Speaker wird einigermaßen laut
  • klarer Sound bei niedrigerer Lautstärke
  • gutes In-Ear-Headset

Contra:

  • Monospeaker
  • Soundmatsch bei hoher Lautstärke

11. FAZIT:

Das Gigaset GS280 ist ohne Zweifel das beste Gerät, dass der Deutsche Hersteller seit dem Gigaset Me Pro veröffentlicht hat. Mit über acht Punkten hält es sich im oberen Bereich einer guten Bewertung auf, was ein wirklich brauchbares Ergebnis ist. Leider kann ich dennoch keine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen, was schlicht und ergreifend an der Performance liegt. Ein Gerät, das für einen Preis von 249€ über die Ladentheke geht, darf eigentlich keinen Snapdragon 430 verbaut haben. Somit kann ich schweren Herzens dieses Smartphone nur Leuten empfehlen, die nicht vor haben aufwendigere Anwendungen zu verwenden. Wer denkt, das Gerät ist dank dem Dicken Akku zum Spielen gut geeignet liegt leider falsch. Es eignet sich da eher zum vielen Streamen von Serien etc.

Wer auf diese Kriterien passt, der kann sehr gerne im Shop von Gigaset vorbeischauen: 
Gigaset.com – GS280

Gesamtbewertung: 8,07/10

Errechnung der Gesamtpunktzahl: [(Design + Haptik + Display + Performance + Software) x 2 + (Akku) + (Kamera) + (Sound)] ÷ 13

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